Osterritt Frauenhain 11.04.2009
Osterritt bei Micha auf der „Yellow-Rose-Ranch“
Diesen Artikel widme ich Detlef. Detlef taucht alle
halbe Jahre aus dem Nichts auf, betört vor allen Dingen
die Damenwelt mit seinem freundlichen Wesen, bekommt ein
Pferd zugewiesen, mit dem er dann auch meistens
klarkommt, und hat viel Spaß beim Wanderreiten. Und
jetzt ganz was tolles: Detlef hat jetzt Internet! Also ,
willkommen im Hier und Jetzt. In diesem Jahr hatte
Micha also den Hut auf. Der Osterritt war der erste Ritt
im Rahmen unseres diesjährigen Stafettenrittes. Micha
betreibt zusammen mit seiner Familie die
„Yellow-Rose-Ranch“ in Frauenhain. Das ist ja schon
Sachsen. Naja, erstmal dahinkommen. In Elsterwerda am
Gymnasium, Baustelle! Gesperrt für LKW, einseitige
Verkehrsführung! Katrin sagt, das schaffen wir. Meine
Hände feucht, ich bin in den Sitz gepresst. Gott sei
Dank, Rösschen (Lord, Susis Pferd) kriegt von alledem
nichts mit. Das Heunetz ist gefüllt. Das hätten wir
geschafft. Aber wo abbiegen? Karte lesen, ich? Irgendwie
war ich hier schon mal, das muß richtig sein! Mal einen
Passanten fragen zwecks Bestätigung. Angekommen. Wir
wieder die ersten. Kann man länger frühstücken und mit
den Ankommenden quatschen. Es geht los. Erste Gruppe
startet, es sind 12 Reiter. Berittführerin ist Sandra
Stamm. Halbe Stunde später startet die zweite Gruppe,
Berittführer ist Michael Bischoff. Möchte gleich mal
seine schönen Haflinger erwähnen. Alle auf Hochglanz
gebracht und gut in Form. Und für alle mal zur
Information: So muß ein Schweif aussehen. Dieses Weiß
ist möglich! Die ersten Meter führen uns, immer die
Hauptstraße entlang, quer durch das germanische
Straßendorf . Micha, kriegen wir da noch ein Honorar von
Dir zwecks Werbung? Dann links ab Richtung Friedhof.
Dort Entgegennahme der Reitkappen für die, die sie
immernoch nicht aufhaben. Jetzt Felder. Roggen, Mais,
Gerste und Schotter, immer wieder Schotter. Bei der
Erschaffung der Welt muß dem lieben Gott sein
Himmelswagen irgendwie ausgekippt sein. Nunja, Hufschutz
wurde auf der Einladung empfohlen.
Dann Annäherung und Überquerung der
„Monstereisenbahnbrücke“. Schmal, unübersichtlich, nach
hinten stark abfallend. Alles gut gegangen, trotzdem
ganz schön aufregend.
Haben soeben die Landesgrenze nach Brandenburg
überquert und reiten durch das „Pfeifholz“ nach
Merzdorf. Dort Besichtigung der „Millionenvillen“ (darf
nicht weiter darauf eingehen!) und Einkehr in der
„Jagdhütte“. Wunderbares Ambiente für das Mittagessen.
Ansonsten wird so eine Jagdhütte ja von Jägern oder
Jagdpächtern zum Austausch von Jägerlatein genutzt. Soll
heißen, nach jedem „Jägermeister“ wird das Geweih
größer. Keine schlechte Sache an sich. Auch die Angler
haben ja Anglerheime. Jetzt hier mein Vorschlag für eine
Reiterhütte. Ich könnte dann aus „Lord“ ein Shire Horse
machen.
Nett war auch, das mal ein Salat zum Mittag gereicht
wurde. Müssen ja nicht immer ein paar Augen aus dem
Essen rausgucken.
Nach der Stärkung startete Gruppe 1 nur noch mit 11
Reitern und Pferden, ein Pferd wollte aus persönlichen
Gründen lieber mit dem Hänger zurückfahren. Es sollte
dann noch etwas Gruseliges kommen, war dann aber nur die
Eisenbahnbrücke am Bahnhof in Frauenhain. Das war aber
für so routinierte Reiter wie uns kein Thema. Langsam
kamen wir dann zum Highlight unseres Rittes, nämlich dem
Naturschutzgebiet „Röderaue – Ochsenbusch“, einem
wunderschönen Teich- und Waldgebiet mit einzigartiger
Flora und Fauna. Es gibt 16 Fischteiche mit vorwiegend
Eichen- und Buchenwald. Komischerweise waren die größten
und imposantesten Bäume umgesägt, was mir ein völliges
Rätsel ist.
Es gibt im Landschaftsschutzgebiet einen Waldfriedhof
auf dem die ehemaligen Besitzer des Rittergutes
Frauenhain begraben sind. Auch mal ein geschichtlich
interessantes Ausflugsziel, wenngleich nicht gerade zu
Pferd. Anne, Tochter von Annett, versprach uns einen
wohlschmeckenden Kuchen, wenn sie ihr Abi in der Tasche
hat. Ganz eingenommen von „Schwanensex“ (nur Gruppe 2
bekannt), gutem Wetter, schöner Landschaft , wunderbarem
Gangwerk von „Cora“ sowie super Stimmung in Gruppe 2,
kam ihr diese wunderbare Idee. Also bitte im Auge
behalten. In Frauenhain wieder angekommen, findet man
nur noch ein Stück alte Mauer des Schlosses vor. Das
Rittergut, welches im 12. Jhdt. erbaut wurde, wurde 1946
abgebrochen, weil Baumaterial für Ställe und neue Häuser
gebraucht wurde. Als wir die Dorfstr. wieder
zurückritten, hatten sich bei Micha auf der Ranch
bereits etliche Menschen aus der Umgebung versammelt, um
die imposante Reiterschar zu bestaunen oder Fragen
bezüglich der Pferde zu stellen.
Fast hätten wir noch einen Unfall mit Todesfolge zu
verzeichnen gehabt, als sich eine Anbindestange löste,
an der schon zwei Pferde angebunden waren. Beide legten
den Rückwärtsgang ein, und ich stand in der Mitte und
„fuhr“ mit. Lies mich dann gekonnt fallen und gab
Entwarnung, um die Gäste nicht zu beunruhigen. Was meint
ihr, haben die gemerkt, dass das kein Stunt war?
Im übrigen, Familie Bischoff, hab ich das nur für
Euch getan. Wer will schon einen Kremser mieten, bzw.
bei Euch reiten, wenn es auf Eurem Hof Tote oder
Verletzte gibt? Anmelden für Kremser oder Reiten kann
man sich unter der Nummer: 01749913277 bei Micha..
Bei Kaffee, Kuchen und Gegrilltem klang dann dieser Tag
aus. Die Stafette wandert jetzt erstmal weiter nach
Würdenhain ..... Ich hoffe, Ihr beteiligt Euch alle an
recht vielen Ritten. S.R.
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