Ritt Tröbigau am 22.-23.08.2008
Annett ist schon wieder schuld! In ihrem ersten
Leben, als sie noch LKW-Driver war, hat sie nämlich so
manche Bekanntschaft gemacht. Diese Bekanntschaft
entwickelte sich und hält noch heute an. Und so kam es,
das wir am 23. und 24. 8. 2008 bei Familie Barthels in
Tröbigau, im schönen „Lausitzer Bergland“, eingeladen
waren.
Tröbigau gehört zur Gemeinde Schmölln-Putzkau und
befindet sich im Kreis Bautzen. Ja, sorry auch noch nie
etwas davon gehört. Und dann dieses Wetter am frühen
Morgen. Mir schwante Schlimmes. Ich sah mich schon den
ganzen Tag mit meiner Armeeplane gesenkten Hauptes durch
die Berge stapfen.
Nachdem wir die Autobahn A4 an der Anschlussstelle
Burkau verlassen hatten, fuhren wir im Konvoi mit Annett
Richtung Bischofswerda, dann kommt Schmölln, und dann
ist man schon in Tröbigau. Katrin hat noch einen Exkurs
bekommen, wie schnell man eigentlich mit dem
Pferdehänger auf einer ziemlich schmalen Straße fahren
kann.
Dort wurden wir von Claudia und Georg, Frank und
Patricia in Empfang genommen. Und immer noch Regen. Auch
unsere Pferde bekamen erst einmal eine Koppel zugeteilt,
aber Monique fand das doof und hat sich erst einmal in
den Herdenverband eingegliedert.
Wir machten Frühstück, und da passierte etwas, was
unser Leben verändert hat, natürlich im positiven Sinne.
Frank Jurenz aus Neukirch, unser Cheforganisator für den
Ritt, erklärte uns anhand von Kartenmaterial die
Wegführung. Wo sind Höhepunkte, wo ist Vorsicht geboten,
wo kann galoppiert werden .... Na, so wie es eigentlich
sein soll! Das sollten wir auch immer so machen.
Um zehn schlug das Wetter schlagartig um, und es
konnte losgehen. Folgende Freiwillige waren beteiligt:
Claudia mit „Georg“ (auch Schorsch genannt), Patricia
mit „Nobody“, Georg (auch Schorsch genannt) mit
„Charlie“ , Frank mit „Tartarus“, Annett mit „Monique“,
Katrin mit „Ceyenne“ und Susanne mit „Lord“.
Aber ehrlich gesagt, dachte ich, wir kommen nie von
dieser Koppel runter, denn „Nobody“, ein geschecktes,
schweres Warmblut polnischer Abstammung, war von dem
Anblick der fremden Pferde so angetan, das er sehr
schwer in die Gänge kam. Auch drangen diesmal vollkommen
ungewohnte Kosenamen an mein Ohr. Nicht „Röschen“,
„Bärchen“ oder „Schatzi“, nein ein Pferd hört auch auf
„Du Hirn“, „Alter Sack“ oder „Du Horn“. „Charlie“ kann
und will ebend sein Trakehnerblut nicht im Zaum halten,
und deswegen hat Schorsch ganz schön zu tun. Dieses
Pferd stammt übrigens aus unseren heimatlichen Gefilden.
Es wurde gezüchtet von Herrn Michael Beindorf vom Gut
Neumühl. Seine Mutter ist „Silly“ und sein Vater
„Matador“. Na, da darf man doch ein wenig aufgeregt
sein, oder?
Nachdem wird den hübschen Ort „Tröbigau“ verlassen
hatten, tauchten wir ein in einen Märchenwald. So einen
hübschen Wald haben wir nicht, wir haben nur die Gemeine
Kiefer und dann wieder die Gemeine Kiefer. Nach dem
Wald, Berge, Harmonie und Idylle.
Frank hatte uns im Vorfeld schon auf „eine böse
Stelle“ hingewiesen. Diese lernten wir hinter der
Ortschaft „Putzkau“ kennen. Es handelte sich um die
Fragmente eines Zaunes, einen sehr schmalen Weg,
oberhalb des Weges eine Eisenbahnstrecke, und hinter uns
ein Moped S 50. Da hatte „Lordti“ natürlich wieder den
Hengsthals. Immer den „Valtenberg“ mit 586 m im Auge,
luden abgeerntete Felder und leicht ansteigende Berge
zum Galoppieren ein. Über Neukirch erreichten wir den
„Heleneblick“. Dort kurze Guck- und Pullerpause. Von
dort ist es übrigens nur ein Katzensprung bis
Tschechien.
Über Steinigtwolmsdorf, dem Tor zur Oberlausitz, und
Weifa erreichten wir unseren Rastplatz, wo uns
freundlicherweise Frank´s Frau mit Essen und Trinken
versorgte. Auf den Bildern könnt Ihr auch sehen, das wir
ein bisschen gedopt haben. Ist aber nur Magnesium.
Der Rastplatz ist wunderschön gelegen. Auf der einen
Seite ein ehemaliger Steinbruch und auf der anderen
Seite eine wunderschöne Aussicht. Auf der Rücktour dann
wieder abwechslungsreiche Mischwälder, abgeerntete
Felder und nette kleine Häuser, auch Umgebinde- und
Fachwerkhäuser. Unterwegs auch eine „Aronienplantage“.
Zu DDR-Zeiten angepflanzt, und jetzt in Vergessenheit
geraten. Anscheinend war auch gerade Schulanfang.
Jedenfalls hielten sich viele Menschen an diesem Tag im
Freien auf. Ich möchte damit nur zum Ausdruck bringen,
dass man wahrscheinlich noch in zwanzig Jahren von
unserer wunderbaren Galoppade reden wird. Kurz bevor wir
wieder in Tröbigau ankamen, durften wir noch eine
wunderbare Aussicht genießen. Aber das kann man nicht
beschreiben, das muß man gesehen haben. Die letzten
Bilder zeigen uns am Steinbruch in Tröbigau mit unseren
Pferden. Diese Kulisse ist filmreif.
Vier mutige Damen haben nach dem Ritt auch noch einen
Sprung ins kalte Naß gewagt. Eine Dame war nur bis zur
Hüfte drin. Das gilt nicht und muß nachgeholt werden.
Unsere Pferde durften nach dem Ritt auf diese
wunderbar fetten, grünen Koppeln. Wir sind echt
neidisch! Nach einer netten Party am Lagerfeuer konnte
ich mein Nachtgewand nicht gleich anlegen, da sich
nämlich die Barthelsschen Miezis meine Tasche als
Schlafplatz ausgesucht hatten. Wir danken recht herzlich
für die nette Aufnahme und die Mühe, die Ihr Euch für
uns gemacht habt. Das war ein echtes Highlight. Ich
glaube, Euch hat es auch Spaß gemacht, Claudia lacht auf
jedem Bild, Franki konnte seine organisatorischen
Fähigkeiten testen und für sehr gut befinden, und
Schorsch ist bestimmt schon lange nicht mehr so viel
geritten.
Bei der letzten Versammlung mussten wir allerdings
einstimmig feststellen, dass wir alle drei Muskelkater
hatten. Wäre schön, wenn Ihr uns mal wieder einladet,
wir haben doch nur die „Gemeine Kiefer“.
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