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Tourenberichte

15.-16.03.2008
Lehrgang Bodenarbeit

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Artikel & Fotos
  von Susanne Rödl

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LEHRGANG BODENARBEIT mit Bärbel von Erden auf dem Reiterhof in Würdenhain

An einem verregneten und kalten Märzwochenende trafen sich zur Bodenarbeit:

Nicole Harm aus Reichenhain,
Kerstin Maaß aus Göritz,
Claudia Reuße aus Großenhain,
Katrin Wieczorek aus Doberlug-Kirchhain,
Bianca Otto aus Senftenberg,
Anne Siegl aus Berlin,
Iris Lehmann aus Würdenhain,
Adeline Sieste
unsere Gastgeberin Kerstin Gorisch und
Susanne Rödl.

Die Lehrgangsleitung hatte Bärbel von Erden, Trainer B (IPZV). Bärbel betreibt den Islandpferdehof Zweinig in Roßwein. Mit Kompetenz und viel Gefühl für das Pferd hat sie uns in puncto Bodenarbeit auf die Sprünge geholfen.

Ziel unseres Lehrganges bzw. der Bodenarbeit war, bzw. ist es, die Kommunikation zwischen Reiter und Pferd herzustellen, zu verbessern, zu verfeinern oder zu festigen. Als unverzichtbare Grundvoraussetzung und Ergänzung für die reiterliche Arbeit mit dem Pferd dienen Übungen vom Boden aus:

  • zur Klärung der Rangfolge und der Vertrauensbildung zwischen Mensch und Tier
  • der Gewöhnung der Pferde an neue Dinge
  • der gezielten und sinnvollen Gymnastizierung des Pferdes
  • als willkommene Abwechslung zum Reitalltag und somit zur Motivation des Pferdes

Die Bodenarbeit beinhaltet:

  • die Arbeit an der Hand
  • Freilauf mit Freispringen
  • Longenarbeit, auch mit der Doppellonge
  • Fahren vom Boden aus

Am Samstagmorgen fingen wir, natürlich voll motiviert, an, unser straffes Programm abzuarbeiten . Nämlich erst mal mit Frühstück! Dann kam die graue Theorie, die gar nicht so grau war. Anschließend arbeiteten wir mit unseren Pferden an der Hand auf der Koppel. Alles wurde videotechnisch aufgenommen und von uns anschließend begutachtet. Man konnte bei Nicole Harm`s jungem Pferd sehen, das die Rangfolge überhaupt noch nicht geklärt ist, und noch viel Arbeit in den nächsten Monaten nötig ist. Bei routinierteren Pferden ist zu beobachten, das sie durch konsequenten Umgang und kontinuierliche Arbeit gelernt haben, sich zu arrangieren. Das Wort „Unterordnen“ möchte ich hier nicht gebrauchen, denn wir wollen ja das Pferd als Partner an unserer Seite verstehen.

Interessant war auch das Verhalten von Katrin Wieczorek`s Araberstute „Chayenne“. Sie war noch nie „von zu Hause weg“, und deswegen „etwas durch den Wind“. Trotzdem ist sie sehr bestrebt, Katrin alles recht zu machen. Ist aber nicht leicht, wenn man aufgeregt ist, und so viele neue Dinge über einen hereinbrechen.

Ebenfalls eine interessante Variante, das tägliche Training abwechslungsreich zu gestalten, ist das Freispringen. Es ist allerdings nicht dazu gedacht, wenn man mal keine Lust zum Reiten hat, das Pferd mal über den Platz zu hetzen und über ein paar Sprünge zu schicken. Auch hier muss vorbereitet, durchdacht und jederzeit mitgearbeitet werden. Den meisten Pferden macht es Spaß, und mancher Kursteilnehmer war verblüfft, was sein Pferd so alles kann. Bei der anschließenden Videoanalyse konnte man sehen, wie die Pferde sich verbesserten und lernten, ihre Beine besser unter Kontrolle zu bekommen.

Am Sonntag sprachen wir zunächst die wesentlichen Grundkriterien, die beim Longieren an der einfachen Longe sowie beim Longieren mit der Doppellonge nötig sind, durch. Wird das Longieren richtig durchgeführt, ist es eine sinnvolle Ergänzung der vielseitigen Ausbildung von Pferden. Es kann aber auch bei der Aus- und Weiterbildung von Reitern einen hohen Nutzen haben. Oberstes Ziel dieser Ausbildung ist die Harmonie von Reiter und Pferd und damit das Vertrauen zueinander, gleichgültig in welcher Disziplin und auf welchem Niveau.

Lord musste für die Demonstration der Ausrüstung des Pferdes bei der Longenarbeit herhalten. Das hat er natürlich sehr genossen, den er liebt es, wenn er ein wenig betütelt wird.

Jeder Kursteilnehmer übte dann die Handhabung der Longe, den Umgang mit der Peitsche und den Einsatz der Stimme.

Effektiver als mit der einfachen Longe ist das Longieren mit der Doppellonge. Der Longenführer hat durch die äußere Longe mehr Einwirkungsmöglichkeiten auf das Pferd. Er kann dadurch eine Längsbiegung erarbeiten. Infolgedessen können Geraderichten und Versammlung in einem höheren Maße erreicht und dann wieder auf das Reiten bzw. Fahren übertragen werden.

Einige Kursteilnehmer waren vom Fahren mit der Doppellonge vom Boden aus sehr begeistert. Das Schöne am Fahrsport ist ja, dass die ganze Familie mit einbezogen werden kann.

Da jeder Teilnehmer äußern konnte, wofür er sich noch besonders interessiert, bzw. was er gern noch machen würde, konnten wir den Hengst „Loftstedn“ beim Springen an der Longe beobachten, geführt von Adeline, die ihn momentan reitet. Auch beim abschließenden „Schocktraining“ wirft diesen Hengst nichts aus der Bahn. Weder Bälle, Regenschirme oder böse blaue Planen. Die Plane stört den Isihengst auch nicht, wenn sie über seinem Rücken hängt, und er damit über den Reitplatz stapft.

Bei diesem Lehrgang hat, glaube ich, jeder etwas dazugelernt bzw. Gelerntes wurde wieder aufgefrischt. Thema und Termin für den nächsten Lehrgang standen schon zur Diskussion.