LEHRGANG BODENARBEIT mit Bärbel von Erden auf dem
Reiterhof in Würdenhain
An einem verregneten und kalten Märzwochenende trafen
sich zur Bodenarbeit: Nicole Harm aus Reichenhain,
Kerstin Maaß aus Göritz,
Claudia Reuße aus Großenhain,
Katrin Wieczorek aus Doberlug-Kirchhain,
Bianca Otto aus Senftenberg,
Anne Siegl aus Berlin,
Iris Lehmann aus Würdenhain,
Adeline Sieste
unsere Gastgeberin Kerstin Gorisch und
Susanne Rödl. Die Lehrgangsleitung hatte Bärbel von
Erden, Trainer B (IPZV). Bärbel betreibt den
Islandpferdehof Zweinig in Roßwein. Mit Kompetenz und
viel Gefühl für das Pferd hat sie uns in puncto
Bodenarbeit auf die Sprünge geholfen. Ziel unseres
Lehrganges bzw. der Bodenarbeit war, bzw. ist es, die
Kommunikation zwischen Reiter und Pferd herzustellen, zu
verbessern, zu verfeinern oder zu festigen. Als
unverzichtbare Grundvoraussetzung und Ergänzung für die
reiterliche Arbeit mit dem Pferd dienen Übungen vom
Boden aus:
- zur Klärung der Rangfolge und der
Vertrauensbildung zwischen Mensch und Tier
- der Gewöhnung der Pferde an neue Dinge
- der gezielten und sinnvollen Gymnastizierung des
Pferdes
- als willkommene Abwechslung zum Reitalltag und
somit zur Motivation des Pferdes
Die Bodenarbeit beinhaltet:
- die Arbeit an der Hand
- Freilauf mit Freispringen
- Longenarbeit, auch mit der Doppellonge
- Fahren vom Boden aus
Am Samstagmorgen fingen wir, natürlich voll
motiviert, an, unser straffes Programm
abzuarbeiten . Nämlich erst mal mit Frühstück!
Dann kam die graue Theorie, die gar nicht so
grau war. Anschließend arbeiteten wir mit
unseren Pferden an der Hand auf der Koppel.
Alles wurde videotechnisch aufgenommen und von
uns anschließend begutachtet. Man konnte bei
Nicole Harm`s jungem Pferd sehen, das die
Rangfolge überhaupt noch nicht geklärt ist, und
noch viel Arbeit in den nächsten Monaten nötig
ist. Bei routinierteren Pferden ist zu
beobachten, das sie durch konsequenten Umgang
und kontinuierliche Arbeit gelernt haben, sich
zu arrangieren. Das Wort „Unterordnen“ möchte
ich hier nicht gebrauchen, denn wir wollen ja
das Pferd als Partner an unserer Seite
verstehen.
Interessant war auch das Verhalten von Katrin
Wieczorek`s Araberstute „Chayenne“. Sie war noch
nie „von zu Hause weg“, und deswegen „etwas
durch den Wind“. Trotzdem ist sie sehr bestrebt,
Katrin alles recht zu machen. Ist aber nicht
leicht, wenn man aufgeregt ist, und so viele
neue Dinge über einen hereinbrechen. Ebenfalls
eine interessante Variante, das tägliche
Training abwechslungsreich zu gestalten, ist das
Freispringen. Es ist allerdings nicht dazu
gedacht, wenn man mal keine Lust zum Reiten hat,
das Pferd mal über den Platz zu hetzen und über
ein paar Sprünge zu schicken. Auch hier muss
vorbereitet, durchdacht und jederzeit
mitgearbeitet werden. Den meisten Pferden macht
es Spaß, und mancher Kursteilnehmer war
verblüfft, was sein Pferd so alles kann. Bei der
anschließenden Videoanalyse konnte man sehen,
wie die Pferde sich verbesserten und lernten,
ihre Beine besser unter Kontrolle zu bekommen.
Am Sonntag sprachen wir zunächst die
wesentlichen Grundkriterien, die beim Longieren
an der einfachen Longe sowie beim Longieren mit
der Doppellonge nötig sind, durch. Wird das
Longieren richtig durchgeführt, ist es eine
sinnvolle Ergänzung der vielseitigen Ausbildung
von Pferden. Es kann aber auch bei der Aus- und
Weiterbildung von Reitern einen hohen Nutzen
haben. Oberstes Ziel dieser Ausbildung ist die
Harmonie von Reiter und Pferd und damit das
Vertrauen zueinander, gleichgültig in welcher
Disziplin und auf welchem Niveau. Lord musste
für die Demonstration der Ausrüstung des Pferdes
bei der Longenarbeit herhalten. Das hat er
natürlich sehr genossen, den er liebt es, wenn
er ein wenig betütelt wird. Jeder
Kursteilnehmer übte dann die Handhabung der
Longe, den Umgang mit der Peitsche und den
Einsatz der Stimme.
Effektiver als mit der einfachen Longe ist
das Longieren mit der Doppellonge. Der
Longenführer hat durch die äußere Longe mehr
Einwirkungsmöglichkeiten auf das Pferd. Er kann
dadurch eine Längsbiegung erarbeiten.
Infolgedessen können Geraderichten und
Versammlung in einem höheren Maße erreicht und
dann wieder auf das Reiten bzw. Fahren
übertragen werden. Einige Kursteilnehmer waren
vom Fahren mit der Doppellonge vom Boden aus
sehr begeistert. Das Schöne am Fahrsport ist ja,
dass die ganze Familie mit einbezogen werden
kann.
Da jeder Teilnehmer äußern konnte, wofür er
sich noch besonders interessiert, bzw. was er
gern noch machen würde, konnten wir den Hengst „Loftstedn“
beim Springen an der Longe beobachten, geführt
von Adeline, die ihn momentan reitet. Auch beim
abschließenden „Schocktraining“ wirft diesen
Hengst nichts aus der Bahn. Weder Bälle,
Regenschirme oder böse blaue Planen. Die Plane
stört den Isihengst auch nicht, wenn sie über
seinem Rücken hängt, und er damit über den
Reitplatz stapft.
Bei diesem Lehrgang hat, glaube ich, jeder
etwas dazugelernt bzw. Gelerntes wurde wieder
aufgefrischt. Thema und Termin für den nächsten
Lehrgang standen schon zur Diskussion. |