Gastreiter in Doberlug-Kirchhain
Mittwoch, 11. 6. 2008.
Zwei Damen (im gesetzten Alter) stehen auf einer Koppel
in Doberlug- Kirchhain. Gespannt, erwartungsvoll!
2 Gastreiter sollten kommen! Zu Uns! Alles Offen!
Dann waren sie da!
Ursel und Ritwa aus dem Erzgebirge. Und dann:
furchtbar! 2 Araber. Meine grauen Zellen begannen ganz
stark zu arbeiten. Wird meine dicke Rumkugel das
schaffen? Bei „Luise“ hatte ich da keine Bedenken, die
walzt ja überall durch. Wir hatten eine schöne,
huffreundliche Strecke ausgewählt. Aber es sollten
immerhin 40 Km sein!
Ursel betreibt in Elterlein einen Gasthof mit
Pension. Ihr Pferd ist die „Mohra“. Sie ist 14 Jahre alt
und von Ritwa gezüchtet.
Ritwa ist Landwirt und reitet „Chamalan“. Sie züchtet
schon seit mehreren Jahren Araber. Ehrlich gesagt würde
ich von Ritwa auch einen Araber kaufen, denn wie die
Pferde aussehen und wie sie sich insgesamt geben, das
gefällt mir sehr gut.
Und los ging die wilde Hatz. Von der „Waldhufe“
steuerten wir den „Schulz“ an. Unterwegs finden wir
einen schönen Mischwald, meist Buchen, vor. Das ganze
ist durch kleine Gräben durchbrochen. Sehr nett. Der
„Schulz“, es handelt sich heutzutage um eine kleine
Siedlung, war früher Außenstelle des
Zisterzienserklosters Doberlug-Kirchhain. Ritwa mit „Chamalan“
(was für eine Name, wunderbar passend für dieses Pferd)
immer an vorderster Front mit einem spritzigen Tempo.
Ansonsten gehen wir nämlich mittwochs beim
„Frauenreiten“ immer etwas langsamer vor, auch weil
mittlerweile durch den Holzeinschlag, mehrere Wege
gesplittet, bzw. Recycling aufgetragen wurde. Wieder
arge Bedenken hinsichtlich der konditionellen
Gegebenheiten von „Röschen“.
Den „Schulz“ hinter uns lassend, erreichten wir die
Wolfssäule. Diese soll an den letzten Wolf erinnern, der
dort geschossen wurde. Dieses ganze Gebiet gehört zur
Nexdorf-Kirchhainer Waldlandschaft, wo wir schließlich
ein Tagebaurestloch Richtung Schönborn erreichten,
welches jetzt geflutet ist. Sieht schon gut aus, wenn
das blaue Wasser in der Sonne funkelt (an dem Tag war
keine Sonne, und es war schweinekalt). Auf jedem
Wanderritt muß einfach ein bisschen Wasser mit dabei
sein. Weiter ging es durch das ehemalige Abbaugebiet
Tröbitz-Domsdorf, wo wir eine unwahrscheinlich schöne,
abwechslungsreiche und interessante Landschaft
vorfinden. An einem winzigen Restloch mit Wasser nahm
ich den Mund zu voll, und sagte, dass man da bequem mit
dem Pferd durchgehen kann. Ritwa wollte dann natürlich
dergleichen tun, rutschte vom Rand ab, wo es anscheinend
doch recht tief war und landete fast kopfüber im Wasser.
Das sah gefährlich aus. Ich schwöre hiermit, dass ich es
nicht auf Gastreiter abgesehen habe! Es ist anscheinend
so, das man nur von einer Stelle durchgehen kann, und
dadurch, dass jetzt alles bewachsen ist, habe ich die
Gefahr unterschätzt. Ich gelobe Besserung.
Vorbei am Tröbitzer Tagebaurestloch erreichten wir
das NSG „Hohe Warte“, welches jetzt auch als „Nationales
Naturerbe“ ausgewiesen ist. Fast nicht mehr zu erkennen
ist das Grab des getöteten Forstlehrlings durch einen
Wilddieb Ende des vorigen Jahrhunderts.
Über den ehemaligen Handelsplatz ging es über sandige
Wege, meistens gesäumt durch die Brandenburger Kiefer,
nach Buchhain zur Rast. Erfreulicherweise waren wir
schon des öfteren in Buchhain zu Gast und wurden dort
immer sehr gut bedient. Außerdem gibt es dort die
leckersten Pommes weit und breit! Möchte noch
hinzufügen, dass es an diesem Tag so kalt war, das eine
Reiterin ein Heißgetränk bestellte, welches weder Kaffee
noch Tee war. Prost!
Von Buchhain ging es über schöne Wiesen, wo man mal
ein kleines Galöpperchen einlegen kann, nach Prießen.
Dort wechseln vormals Rotschimmelkaltblüter über Nacht
ihre Farbe. Das ist schon erstaunlich. Den gemeinen
Leser werden diese Sätze wohl etwas erstaunen. Es bleibt
aber Insiderwissen, solange Ihr nicht mit uns diese Tour
reitet. Durch die Dübrichener Heide schnitten wir dann
das Militärische Sperrgebiet von Dob.-Kirchhain. Es ist
größtenteils ein offenes Gebiet mit viel Heidekraut.
Reiten kann man dort super, wenn nicht gerade
Panzertraining ist. Kurz vor Kirchhain befindet sich
noch eine Minikiesgrube im Wald, wo alle noch mal
unbeschadet planschen konnten.
Das war ein schöner Tag für uns alle. Wir haben uns
sehr gefreut, dass Ihr da wart, Ursel und Ritwa.
Hinzufügen möchte ich noch, dass Lord doch ein ganz
schöner „Fighter“ ist, von „Luise“ wusste ich das
sowieso. Nunja, wir trainieren ja auch jede Woche bei
„Siggi“ Pohl auf dem Reiterhof von Bettina Marsch in
Herzberg. Ganz neu ist, dass Herr Kai Jahnke einen
Wanderritt durch den Schweinert organisieren möchte, mit
Besuch der Hügelgräber. Jetzt wissen es alle, und er
kann sich der Verantwortung nicht mehr entziehen!!
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