Sternritt Rückersdorf
Am 21.06.2007 trafen wir uns am Besucherzentrum in
Rückersdorf.
Geplant war erstmals ein Wanderritt über mehrere Tage.
Leider waren wir an diesem Nachmittag nur 4, in Worten:
„VIER“ Reite/Pferd Paare. Wahrscheinlich gilt für
Wanderreiter in ganz Deutschland jeweils vom 21. –
24.06.:
· Ich bin stark verankert in meiner Familie,
· Ich darf über Nacht von zu Hause nicht weg,
· Mein Pferd bekommt 10 km entfernt von seiner Koppel
eine Allergie,
· Ich habe Angst vor zuviel Neuem und könnte etwas dazu
lernen! Wie dem auch sei, es macht sehr viel Arbeit,
so einen Ritt zu organisieren und deshalb kann so etwas
in Zukunft nur noch mit Voranmeldung durchgeführt
werden! Andererseits ist es auch so, dass es auch wieder
gut war, dass wir nur so ein paar Leute waren, denn
sonst hätten wir uns nicht so nett unterhalten können
und wir hätten nicht so schöne Erinnerungen.
Der wirklich harte Kern am 21.06. waren:
· Katrin Wieczorek auf Lisa,
· Detlef Böhme auf Baltica (Besitzerin ist Sandy)
· Katrin Warlich auf Kira
· Susanne Rödl auf Lord.
Eigentlich wollten uns noch die drei „Rothsteiner“
komplettieren, aber an diesem Abend war Sturmwarnung und
deshalb kamen sie erst am nächsten Morgen. Nach einem
leckeren und sehr nett angerichteten Abendbrot durch das
Team des Besucherzentrums Rückersdorf haben wir dann
noch ein bisschen auf „Wild-West-Romantik“ gemacht,
Überlebenstraining war auch dabei! Soll bedeuten: Wie
kann ich meine Körpertemperatur durch Inhalt
verschiedener Flaschen alkoholischer Getränke aus „edeka“,
„aldi“ und „netto“ über 36°C halten? Wo bekomme ich
trockenes Holz für eine Grillfeuerung zwecks Handwärmung
her? Überlebe ich die Nacht im Pferdeanhänger, weil ich
total cool bin und mein Pferd bewachen muss (obwohl es
gar keine Bewachung braucht) auf einer großen dunklen
Koppel, obwohl ich auch ein warmes Zimmer haben könnte?
Nun Freunde, man muss auch mal über sich hinaus wachsen!
Wir haben jedenfalls geschwatzt bis nachts um eins,
prima geschlafen und uns dann bei einem wiederum sehr
nett angerichteten Frühstück getroffen.
Zum Glück kamen dann die „Rothsteiner“:
· Janine Rosenow mit Celine,
· Stefanie mit Limes und
· Monja mit Nelli zu uns, so waren wir dann schon
sieben. Wir ritten dann Richtung Grünewalde, wobei das
NSG „Grünhaus“ anschnitten. Es ist jetzt wieder eine
gewachsene, wunderschöne, interessante Landschaft. Kann
aber nicht darüber hinwegtäuschen, es ist eine
Bergbaufolgelandschaft, wo Menschen ihre Heimat verloren
haben, was Leid gebracht hat, Flora und Fauna sind
zerstört worden.
Es ist eine künstliche Landschaft, deren Herstellung
jahrzehntelang sehr viel Geld kostet. Im Hintergrund
kann man die F60 sehen, welche nun schon überregional
bekannt ist. Tolles Ausflugsziel, wenn mal Besuch aus
dem Westen kommt. Im „Grünewalder Lauch“, in der
Strandgaststätte „Lollipop“ aßen wir zu Mittag.
Hervorragende Anbindevorrichtung vorhanden. Du isst zu
Mittag, links der See, rechts dein Pferd. Schade, dass
man sich den Tag immer so durch Arbeit versauen muss!
Nach dem Mittag ging es gemütlich durch die
Hohenleipischer Wiesen und vorbei am NSG „Loben“.
Der „Loben“ ist 650 ha großes Moorgebiet. Gut und
richtig: Das NSG soll jetzt noch erweitert werden auf
1700 ha: Feuchtwiesen und angrenzende Wälder sollen mit
einbezogen werden. Schade nur, dass hindurchführende
Rad- und Wanderweg brutal mit Grobschotter und Recycling
„befestigt“ werden. War so etwas schon immer im Moor? –
Oder sollten sich Besucher, die ein Moor „erleben“
wollen auch mal dem entsprechend kleiden? Wieder in
Rückersdorf angekommen, krallten wir uns den für uns
bereitgestellten Kaffee und Kuchen und schwammen noch
eine Runde im Rückersdorfer See. Besichtigt wurde noch
die Pferdebadestelle am Rückersdorfer See. Letztere ist
für Anfänger nicht geeignet, da es ziemlich schnell und
tief abgeht. Für die Leute, die sich das Baden mit Pferd
wie im Heimatfilm vorstellen, genau das Richtige. Unsere
Pferde waren natürlich schon versorgt. Jetzt waren noch
wir dran. Und das geschah wieder durch das Team des
Besucherzentrums Rückersdorf. Gelernt hat die fleißige
Hausfrau auch etwas! Pfannen, die noch nicht leer sind,
auf den Boden stellen: Eine Seite ankanten. So wird der
Inhalt nicht sauer! Ich bin für: „Alles gleich
aufessen!“ – aber die Versorgung war so reichlich, war
diesmal nicht drin! Sonnabend morgen waren wir nur
noch 3 Reiter. Unsere Begleiter von Freitag waren
entweder durch Arbeit oder Kind verhindert! Auch ist es
ja so, dass ein Turnierpferd nur ein bestimmtes Pensum
erfüllen kann, oder liegt es mehr am Hinterteil der
Reiterin? Nun ja, also 4 Frauen und zwei Männer allein
unterwegs: Ab in Richtung Finsterwalde. Vorbei am NSG
„Zinswiesen“. Frage: Muss man an einem Friedhof im
Schritt vorbei reiten? – Wir sind galoppiert…
Vor Finsterwalde kamen wir durch die „Bürgerheide“ und
ihr könnt die engagierte Katrin mit der noch
engagierteren Lisa auf einem Foto beim „Trimm-Dich“
bewundern. Mittag in der Gaststätte „Waldfrieden“: Nett,
dass wir kommen konnten, denn es war gerade „Sängerfest“
und eine größere Reisegruppe wurde erwartet. Wir
verließen Finsterwalde über den Segelflugplatz in
Richtung Hennersdorf. Es hat mich erstaunt, welch schöne
Reitwege es dort gibt. Ich fahr ja sonst immer nur die
Bundesstrasse entlang.
Kurz vor Hennersdorf finden wir noch eine sehr schöne,
nette, kleine Pferdebadestelle vor. Wir mussten uns aber
sputen, denn es kam langsam „knüppeldick“ von oben.
Davon gibt es noch zwei Fotos mit viel dunkel-lila
Himmel! In Hennersdorf hat das Gewitter uns dann
eingeholt und wir mussten gegen Naturgewalten und
Verkehr ankämpfen!
Nicht „Ohne“ ist die Eisenbahnbrücke bei Hennersdorf in
Richtung ehemalige Ziegelei:
Sie ist:
1. Hoch
2. Schmal und
3. Ziemlich lang!
Rückkehr über Lugau und Fischwasser. Detlef aus Berlin
staunte nicht schlecht, was man alles aus einer
topografischen Karte 1: 25 000 alles raus lesen kann.
Leider hat mein Pferd „Lord“ (bei guter Laune genannt
„Röschen“ oder „meine Rose“) „schlapp“ gemacht. Viele
Wege um Rückersdorf sind gesplittet und er war dann am
dritten Tag fühlig. Deswegen kann ich Euch nicht genau
sagen, wie es war, als Katrin und Detlef am Sonntag
unsere Jugend (deren Pferde noch in Rückersdorf standen)
nach Rothstein zurück geleiteten. Muss wohl alles gut
gegangen sein, denn ich habe alle in der Zwischenzeit
gesehen. Katrin:
Klar haben wir zwei (Detlef und ich) die drei auf den
richtigen Weg geschickt: Irgendwo in der „Prösa“ (eine
riesige Heidelandschaft) hab ich dann wie bei „Hänsel
und Gretel“ gesagt: Jetzt musst ihr nur noch gerade aus
reiten – und Tschüß! – Jedenfalls sind die drei auch
wirklich zu Hause angekommen.
Wir zwei – die letzten „Überlebenden des Rittes“ sind
noch in Gruhno in die bis zu diesem Punkt unserer
Ankunft geschlossene Gastwirtschaft von Herrn Nissen
eingefallen. Zu einem freundlichen Bier, einem
handgebastelten, liebevollen Eisbecher und natürlich:
Pferde-Gucken. Herr Nissen ist nicht nur dem Reit-,
sondern auch noch dem Fahrsport verfallen.
So gegen 16.00 Uhr waren wir zwei beide dann wieder in
Rückersdorf.
Noch zu den Kilometern des Rittes:
Donnerstag: Trotz guter Vorsätze einen kleinen Rundritt
zu machen sind wir am Lagerfeuer „hängen geblieben“ –
muss auch mal sein.
Freitag: ca. 34 km
Samstag: um die 36 km
Sonntag: ca. 21 km Die Pferde: Baltica, eine
Araberstute
Lisa, Mix aus Haffi und Lewitzerhengst
Der Mann: Detlef, geb. 1938!! – Von wegen „Jugend
trainiert für Olympia“ – das ist das Ziel!
Und ich: - gebe zu, dass ich nach diesem Ritt auch zwei
Tage nicht aufs Pferd bin…So, weiter mit Susanne:
Hervorheben möchte ich noch einmal die hervorragende
Bewirtung durch das Besucherzentrum, das wir mit unserem
Besuch wirklich auf Flexibilität durchgeprüft haben! Die
Prüfung wurde „Mit Auszeichnung“ bestanden. Auch für
unsere Pferde war es optimal.
Und von Katrin Wieczorek wollen wir gar nicht reden, das
war wieder toll organisiert. Aber das sind wir ja
gewöhnt.
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